Söldnerklingen

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 [Thread 1] Lager vor Grafenfurt

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Einsamer Wanderer
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BeitragThema: [Thread 1] Lager vor Grafenfurt   Mi Mai 23, 2012 8:15 am

Vor den Toren Grafenfurts sammelte sich eine lärmende Menge von Abenteurern. Wo ehemals grüne Wiesen das Flussufer säumten, lagerten nun zahllose Menschen, die eines verband: Sie waren angeheuert worden, die Reise nach Osten anzutreten, durch ein weitläufiges Sumpfgebiet und die unbekannten Gefilde jenseits davon. Und alles wimmelte durcheinander, Jäger mit Speeren und Bögen und Krieger mit Schilden, Äxten und Schwertern, Wechselhäuter mit Wölfen und Falken und Hunden und Bären und Bergkatzen. Kundschafter fanden sich in Gruppen zusammen, schnitten Runen in ihre Holzbrillen und palaverten miteinander, ob Esche oder Kirsche die beste Rinde für diese Ausrüstung hergaben. Rauner diskutierten ebenfalls über Holz; ob Linde oder Tanne die beste Kohle für Runenmagie hergaben.
Das Sprachgewirr war ähnlich turbulent. Sommer-Eiländer und Steppennomanden, Grauländer und Enwener wuselten durcheinander, riefen sich Flüche und Grüße und dreckige Witze und Sprüche zu. Söldner und Waldläufer und teils auch gesetzloser Abschaum aus aller Herren Länder waren durch die Naturkundler-Gilde angeheuert worden, die Karawane zu begleiten.
Den Kern der Karawane bildeten die Steppennomaden mit dem Wyrm, riesigen Echsen mit langen Hälsen und Beinen wie Baumstämmen, die angemessen riesige Sänften auf ihren schuppigen Rücken trugen und das Laubwerk abweideten. Zwanzig dieser Ungeheuer ließen den Boden erbeben, wenn sie sich träge von einem Baum zum Nächsten bewegten und tiefe Brumm-Töne ausstießen, die ein wenig an Trompeten erinnerten. An verbeulte, verbogene, angerostete Trompeten.
Bislang hatte noch niemand versucht, eine Ordnung in dieses allgemeine, feuchtfröhliche Straßenfest-Chaos zu bringen. Die Leiter der Expedition verließen sich offenbar darauf, dass sich die allesamt gleich schlecht bezahlten Leute nicht gegenseitig umbrachten, und waren vermutlich noch immer in Grafenfurts Straßen und Gassen unterwegs, um weiteres Fußvolk als Gepäckträger anzuheuern.
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Amarokk Haggadirsson
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BeitragThema: Re: [Thread 1] Lager vor Grafenfurt   Mi Mai 23, 2012 8:34 am

Amarokk Haggadirsson und seine kleine Gefolgschaft hatten sich auf einem der wenigen nicht zertrampelten und zu Schlamm gewordenen Fleckchen Gras niedergelassen. Sie kochten ihren Eintopf in einem großen Kessel und brieten Speckstreifen auf den heißen Steinen der Feuerstelle, pflegten ihre Ausrüstung oder dösten in der Sommersonne.
Amarokks Hand wühlte in einem kleinen Lederbeutel herum, während Tornik die Befiederung eines Pfeiles überprüfte. Er tat es eher zur Beschäftigung der Hände als aus wirklicher Not. Ich werde ein Lied über den Osten schreiben verkündete Tornik gerade. Wie wird es dort wohl sein? Heiß? Feucht? Oder eher kalt? Kalt wäre mir lieber. Ists kalt, zieht man einfach mehr Kleidung an. Aber wenns heiß ist, wieviel Kleidung kann man schon ausziehen?
Amarokk zog eine Rune aus dem Beutel und warf sie vor sich auf einen umgedrehten Holzteller. Hmmm... Die Rune war ein Rosenquarz, und sie zeigte die Rune des Feuers. Tornik, mein treuer Diener. Ich wette, es wird heiß und sonnig und stickig.
Wie damals am Lohekogel? Tornik dachte an das Abenteuer am Fuße des Vulkans und zog eine Grimasse.
Wenn wir Pech haben, ja. Warum sollte es im Osten keine Berge geben, die mit Feuer werfen. Er warf eine weitere Rune. Sie zeigte ein Wellenmuster, gesprenkelt mit winzigen Punkten. Das Symbol des Grauen Nebelwandlers. Hmmm... andererseits aber tippe ich doch eher auf so eine feuchte Schwüle wie in einem dieser seltsamen Badehäuser hier. Er deutete über die Schulter nach Grafenfurt. Weißt? Ich war nun schon so oft in dieser Stadt, und ich habe immer noch nicht verstanden, wie sie heißes Wasser haben können, ohne heiße Quellen!
Oder wie sie warme Fußböden haben können pflichtete Tornik bei. Eines Tages sollten wir sie fragen.
Eines Tages murrte Sigg aus einer Ecke, sollten wir ihnen ihre fetten Bäuche aufschlitzen, ihr Gold und Silber stehlen und diese warmen Fußböden aufreißen, um zu sehen, wie sie das machen.
Du bist ein wahrer Sonnenschein.
Im Ernst. Sigg richtete sich auf, grimmig und finster. Das hier, verschwendete Zeit. Du willst nicht nach Osten, du willst nach Nordwesten. Haggadir wird rund und fett. Wird doch langsam Zeit, ihn wieder an seinen kleinen Bruder zu erinnern, nicht?
Um ihn wieder an mich zu erinnern entgegnete Amarokk und spielte mit den Runensteinchen, brauche ich Geld. Ohne Geld keine Krieger. Und es gibt viel Geld im Osten.
Mageren Sold gibts.
Warts ab. Gut gelaunt schaute Amarokk dem bunten Treiben um sich herum zu.

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>>... Und nichts sahen wir mehr von ihm als seine Klinge, die in die Schilde fuhr. Noch weit auf See hörten wir ihn schreien, und solang er noch schrie, war er auch nicht gestorben, und vielleicht kämpft und tobt und wütet er noch heute an steiniger Küste.<<

Tornik Jonsson schrieb >>Der Berserker<<


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Delia



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BeitragThema: Re: [Thread 1] Lager vor Grafenfurt   Fr Mai 25, 2012 6:53 pm

"Oh doch, Kleine! Wir werden einen Haufen Idioten nach sonstwohin begleiten. Und weißt du auch wieso? Weil wir ja doch nichts Besseres zu tun haben. Find dich damit ab!"
Und so ging das schon seit über einer Stunde. Delia lief durch die Gegend, debattierte mit dem Falken auf ihrer Schulter und ignorierte dabei die interessierten Blicke die ihr permanent folgten, sowie das wissende Lächeln, das der eine oder andere Wechselhäuter zeigte.
Verya fühlte sich unwohl hier. Zu viele Menschen. Zu unübersichtlich.
Zugegeben, Delia selbst machte sich ein wenig Sorgen deswegen - zumindest, wenn sie nicht gerade mit Verya stritt… also nie. Und da sie ihre Ziele aus Prinzip immer danach auswählten, ob Verya sich bei etwas unwohl fühlte, war zu erwarten gewesen, dass die beiden auch hier anzutreffen sein würden - aus Gründen, die nicht einmal sie selbst wirklich verstand, fühlte sich Delia stark angezogen von Angelegenheiten, die Verya nicht so ganz zusagten.
Endlich erreichten Delia und Verya eine neue Phase in ihrem Streit. Verya schwieg Delia an, Delia schwieg zurück.
Endlich Ruhe…
Mehr oder weniger. Immerhin war sie ja noch mitten in einer Ansammlung von Leuten, die sich unterhielten, oder auf irgendeine andere Art und Weise lärmten.
Worauf hatte sie sich da nur eingelassen? Sie vermisste jetzt schon die Ruhe des Waldes und ihre ewige Einsamkeit. Jetzt, wo sie nicht mehr mit Verya herumstritt, wurde ihr wieder deutlich bewusst, wie sehr sie es verabscheute von zu vielen Menschen umgeben zu sein.
Als Verya sich schließlich von ihrer Schulter abstieß und losflog, um dem Ganzen zumindest für eine kurze Weile zu entkommen, ließ Delia sich mit einem leisen Seufzen auf einem freien Fleckchen zu Boden sinken, schloss die Augen, blendete so gut es eben ging sämtliche Umgebungsgeräusche aus und stellte sich vor, sie wäre irgendwo, alleine in einem Wald…

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Mion



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BeitragThema: Re: [Thread 1] Lager vor Grafenfurt   Fr Mai 25, 2012 8:42 pm

Mion stapfte durch den Dreck. Es war unglaublich, wie viel matsch sich hier befand. Die leute standen knöcheltief in der erde und unterhielten sich rege, doch die junge frau hatte noch keine gefährten gefunden. Vermutlich würde sie während der reise schon jemanden finden.
Der junge wolf neben ihr winselte leise. Die luft war stickig und es stank erbärmlich. Doch es würde gen osten nicht besser werden, denn soweit Mion wusste würden sie nach ausgiebigen sumpfwanderungen durch die Steppe reisen, der gnadenlosen sonne ausgeliefert.
Die Frau beschloss sich einen platz zum sitzen zu suchen, da die reisevorbereitungen wohl noch ein wenig dauern würden. Sie streifte zwischen Händlern und Kriegern, Sklaven und Herren hindurch und sah sich nach einem flecken noch nicht komplett aufgeweichten Bodens um. Torak stellte die Ohren auf, und Mion stieg ein schwacher duft von eintopf in die Nase.
Als sie nach ausgiebiger Suche keinen freien, festen Platz gefunden hatte, stellte sie sich etwas abseits des gedränges und beobachtete das fröhliche treiben. Alle möglichen leute kamen an ihr vorbei, einige nickten ihr zu, andere beschimpften sie ob ihrer faulheit, und wieder andere hasteten einfach vorbei, ohne notiz von ihr zu nehmen.
So auch eine hochgewachsene frau mit einem falken auf der schulter. Diese blickte die menschen um sich herum an, als wollten sie ihr gleich an die kehle gehen. Dann war sie auch schon wieder in der menge verschwunden.
Mion öffnete die tasche, die ihr begleiter für sie trug und überprüfte deren inhalt. Ein kleines Zelt, genug proviant und ihr kettenhemd lagen darin. Den rest hatte sie in ihrem eigenen rucksack verstaut. Manchmal wünschte sie sich nichts sehnlicher als eine feste bleibe, doch sobald sie länger als ein paar tage irgendwo ihr lager aufschlug, wurde es ihr langweilig und abwechslung war angesagt.
Die junge Frau verschloss die tasche erneut sorgfältig und kraulte Torak zwischen den ohren.
Hoffentlich würden sie bald aufbrechen.

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Amarokk Haggadirsson
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BeitragThema: Re: [Thread 1] Lager vor Grafenfurt   Sa Mai 26, 2012 1:20 pm

NPC für Delia und Mion:

Ein Ritter mit weißem Rosshaar-Busch am Helm ließ sein Pferd durch die Menge traben, die sich vor ihm teilte. Er war auffällig genug mit seiner Standarte, das einen grünen Hügel auf beigefarbenem Grund zeigte, der eine Burg mit drei Türmen wie eine Krone trug. Es war das Symbol von Trollacker, einer der geldgebenden Grafschaften. Der Herr von Trollacker gab offenbar mehr Geld für diese Expedition aus als mancher anderer Graf oder Baron, und so kam es, dass hier auch viele Soldaten mit seinem Wappen herumliefen.
Der berittene Herold hatte das Visier seines Helms hochgeklappt und suchte offenbar etwas. Als er Delia erspähte, kam er stracks auf sie zu. Ihr da, rief er sie in befehlendem Ton an, als er nah genug war. Ihr gehört zu den Waldläufern, korrekt? Er wartete nicht wirklich ab, ob er richtig lag. Ihr seid für die Vorhut eingeteilt. Wartet hier auf die anderen Mitglieder eurer Mannschaft!
Auch Mion wurde von einem gepanzerten Reiter aufgespürt und auf ganz ähnlich barsche Art angesprochen. Ihr wurde aufgetragen, sich in Richtung des ersten Reiters bei Delia zu begeben, der als einziger ein Banner trug und damit aus der Masse hervorstach. Geht dorthin, wo der Bannerträger wartet. Ihr brecht in Kürze auf.

Ein dritter Herold ritt stracks auf... Amarokks Lager zu und trat beinahe den Kessel mit dem Eintopf von der Feuerstelle. Die geknurrten Beschwerden seitens der Söldner nahm er mit größter Gelassenheit auf. Einer von euch! Ihr habt euch als Fallensteller beworben, korrekt?
Amarokk schaute verdrossen drein. Ja, hier.
Auf mit euch, und zum Banner! Ihr bildet die Vorhut.
Allein?
Wohl kaum. Eure Gruppe zieht mit zwei Wechselhäutern los.
Oh, welch ein Glück für mich. Amarokk heuchelte seine Ironie, spuckte aus und griff nebst seiner Waffen und einem Tornister auch einige Speckstreifen von den Steinen, die er in einen der zahlreichen Beutel am Gürtel stopfte. Tornik mein treuer Diener, verkneif dir das Lachen, du übernimmst das Kommando! Packt zusammen, tut was man euch sagt, passt auf mein Gepäck und meine Schecke auf und deckt den Kessel ab! Deponiert ihn dort, wo er wenigstens ein bisschen warm bleibt, ich will noch was davon haben!
Aye, Herr erwiderte Tornik und grinste schamlos.
Amarokk, gekleidet nur in leichte Kleidung aus Wolle und Leinen und gerüstet mit Kurzschwert am Gürtel und Axt und Schild auf dem Rücken, stapfte neben dem Reiter einher, der ihn direkt zum Versammlungspunkt seiner Gruppe führte. Um sie herum herrschte emsiges Treiben. Männer und Frauen sammelten ihre Habseligkeiten ein, Pferde schnaubten unruhig in der Umgebung der Raubtiere und Wyrm brüllten in trompetenartigen Lauten, während ihre Reiter sie in eine Kolonne dirigierten.
Amarokk schaute dorthin, wo der Ritter mit dem Banner wartete.
Und grinste bis über beide Ohren, als er gewahr wurde, wer da mit ihm durch den Wald tapern würde. Die Wechselhäuter entpuppten sich als zwei junge Frauen, eine hübscher als die andere! Zwar stand Amarokk eher auf blond und vielleicht etwas vollbusiger, doch es gab in diesem Geschäft erstens selten Frauen dieser Art und zweitens gab es auch bei weitem hässlichere Damen als diese zwei schwarzhaarigen Schönheiten, von denen eine ziemlich missmutig und angefressen dreinschaute und die andere einen Wolf mit sich führte.
Was habe ich doch für ein Glück heute sprach er höchst enthusiastisch in die Runde. Was für ein Glück, dass ich erst vor kurzem wieder gebadet habe, das erste Mal seit Wochen! Lächelnd schaute er von einer jungen Dame zur anderen. Und ihr habt natürlich auch Glück. Lässig löste er den kleinen Runenbeutel vom Gürtel, der ihn als einen Weissager auswies, und ließ ihn in der Hand hüpfen, dass die Runensteinchen klickerten. Ich sehe für eine von euch eine ganz... befriedigende Zukunft voraus, sofern ihr dieser Zukunft eine Chance gebt. Er hielt inne, musterte wieder ganz locker Mion und Delia. Vielleicht gilt diese Zukunft auch für euch beide. Wer weiß. Liegt in eurer Hand, was die Zukunft bringt.

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>>... Und nichts sahen wir mehr von ihm als seine Klinge, die in die Schilde fuhr. Noch weit auf See hörten wir ihn schreien, und solang er noch schrie, war er auch nicht gestorben, und vielleicht kämpft und tobt und wütet er noch heute an steiniger Küste.<<

Tornik Jonsson schrieb >>Der Berserker<<


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Delia



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BeitragThema: Re: [Thread 1] Lager vor Grafenfurt   Mo Mai 28, 2012 10:33 pm

Nicht, dass sie ein Problem mit Autoritätspersonen hatte - sie doch nicht! - aber der Befehlston, der in den Worten des Mannes mitschwang ließ sie dezent gereizt mit dem Daumen auf ihre Fingerknöcheln drücken bis es knackste. Ein unschönes Geräusch, aber es war erfreulich hilfreich, um sich abzureagieren.
"Wartet hier auf die anderen Mitglieder eurer Mannschaft!"
Eigentlich hatte sie nicht wirklich vorgehabt, sich in näherer Zukunft einen neuen Aufenthaltsort zu suchen, aber er war so überheblich, unhöflich und damit schlichtweg unsympathisch, dass sie den Drang unterdrücken musste, aufzustehen und einfach zu gehen.
Und so wartete sie.
Lange musste sie nicht warten, da kam auch schon das erste Mitglied ihrer Gruppe an. Eine Frau, jünger als sie und mit einem Wolf an ihrer Seite. Verya würde schlichtweg begeistert sein. Es stimmte zwar, dass sie sich erst vor kurzem mit ihrer Gefährtin gestritten hatte, dennoch kam es ihr doch sehr gemein vor, ihre erfahrungsbedingte Abneigung gegen Wölfe mehr oder weniger absichtlich zu ignorieren. Also beschloss sie sowohl Wolf, als auch Frau, nach einem höflichen Gruß, einfach nicht weiter zu beachten.
Wenig später stieß noch jemand dazu. Jemand, der ihr bei weitem sympathischer war als das Mädchen mit dem Wolf - was nicht so viel heißen wollte.
Die Aussage, er sei gut gelaunt war schon fast untertrieben. Delia mochte ihn. Ihr waren in ihrem Leben schon bei weitem genug Schwarzseher begegnet. Außerdem war er scheinbar Weissager - eine Fähigkeit, die man nicht unterschätzen sollte. Oder er hatte einfach ein paar Steine und wollte nur damit angeben. Wenn dem so wäre, wüsste sie nicht genau, ob sie ihn für seine Kreativität bewundern, oder für die Idee schlagen sollte. Wahrscheinlich beides.
Bevor sie über eine Antwort nachdachte, wartete sie, bis er zu Ende gesprochen hatte, wobei sie diverse Anspielungen geflissentlich ignorierte.
Ein leicht sarkastisches Lächeln huschte über ihr Gesicht.
"Ich denke darüber nach."

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Mion



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BeitragThema: Re: [Thread 1] Lager vor Grafenfurt   Mi Mai 30, 2012 8:32 pm

Als Mion so unfreundlich dazu aufgefordert worden war, sich zu dem treffpunkt zu begeben, hatte sie sich als erstes gedacht
>wieso ich? Warum muss ich die vorhut bilden?< Verstimmt hatte sie den überbringer der botschaft angesehen und war drauf und dran gewesen, den auftrag abzuschlagen. Warum sollte sie auch allein durch unwirtliches gelände stiefeln, nur weil ein xbeliebiger feiner graf sich das einbildete?
Doch ihre laune hatte sich schlagartig verbessert, sobald sie herausfand, dass sie diese aufgabe nicht allein zu bewältigen hatte. Es war so viel interessanter, in einer gruppe zu reisen...
So suchte sie in dem bunten treiben nach dem banner und erspähte es bald. Raschen schrittes ging sie darauf zu und fand eben jene frau vor, die ihr schon vorhin aufgefallen war. Ihre laune schien sich nicht gebessert zu haben und sie blickte anscheinend gereizt gen boden. Mion nickte ihr nur höflich zu, denn die andere schien sie aus irgendeinem grund nicht zu mögen. Torak neben ihr konnte die feindseligkeit regelrecht riechen und jaulte leise, woraufhin Mion ihn mit einem schnellen Zischen zurechtwies.
"Benimm dich! Schließlich geht sie ja nicht auf uns los."
Sie blickte sich um und ließ den blick schweifen. Offensichtlich würde noch jemand kommen und sich ihnen anschließen.
Nach kurzer zeit gesellte sich ein mann zu ihnen und ließ den charmeur raushängen. Die junge frau reagierte auf seine anspielungen mit einem lächeln und meinte:
"Nun, was die zukunft bringt, wird sich wohl noch herausstellen... Das liegt an euch"
Sie mochte es schlicht und ergreifend, umworben zu werden und dieser junge mann schien recht gewitzt zu sein. Mion beschloss, ihm eine chance zu geben.
Dann wandte sie sich ebenfalls an die andere frau und fragte in die runde: "Wisst ihr, was genau nun von uns verlangt wird? Wann sollen wir aufbrechen?"

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Amarokk Haggadirsson
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BeitragThema: Re: [Thread 1] Lager vor Grafenfurt   Do Mai 31, 2012 12:16 pm

Amarokk blickte die beiden Frauen nacheinander an, grinsend wie ein Marder, der durch das Dach eines Hühnerstalls gefallen war. Das sarkastische "Ich denke drüber nach" Delias nahm er als absolut bare Münze, und Mions Lächeln ließ doch glatt die Sonne aufgehen. Noch einmal aufgehen. Ein drittes Mal, Delias Entgegnung hatte schließlich den gleichen Effekt gehabt.
Vortrefflich erwiderte er, Ihr, werte Dame, denkt noch ein wenig drüber nach, während ich mein Möglichstes geben werde, euch dabei zu helfen. Er grinste schelmisch und wandte sich einen Atemzug später Mion zu. Und wenns an mir liegt, werte Dame, dann ist ja alles in Butter! Beiläufig tätschelte er ihren... Arm. Vorerst nur den Arm.
Langsam angehen lassen. Die Eine hat einen Wolf, die Andere sicher auch irgendwo eine Kreatur mit Fängen oder Krallen.... Amarokk hatte in seinem abenteuerlichen Leben schon einige Erfahrungen mit Wechselhäutern gemacht. Auch mit einigen weiblichen Vertretern dieser Zunft, und wenn ihn diese Erfahrungen eines gelehrt hatten, dann dies: Sie waren gefährlich. Ein Griff zuviel oder zu schnell oder beides oder auch nur an der falschen Stelle, und man fand sich in der Schmutzrinne wieder, zerkratzt und zerbissen.
Nicht ohne mein Kettenhemd... und meinen Helm... und einen guten Heiler in der Rückhand...
Man konnte ja nie wissen. Frauen. Heiß begehrt in seinem Geschäft, schließlich geriet man bei zahlreichen Feldzügen immer wieder für Monate unfreiwillig ins Zölibat wie ein Mönch! Und die weiblichen Geschöpfe, die solche Expeditionen begleiteten, waren meist genauso wehrhaft wie ihre männlichen Berufsgenossen.
Amarokk beschloss, die Sache weiterhin vorsichtig zu genießen. Vor ihm lag ein Tag Erkundung, ausnahmsweise nicht mit bärtigen, grunzenden und knurrenden Kameraden. Sollte man zu schätzen wissen.
Während sich Delia eher wortkarg gab, erkundigte sich Mion, wann es denn losging. Sie bekam auch sofort eine Antwort, denn der Bannerträger hatte mit vornehmen Naserümpfen Amarokks Sprüchlein mit angehört und konnte es gar nicht erwarten, außer Hörweite zu kommen. Jetzt sofort natürlich! Folgt dem Weg dort nach Osten. Er verläuft eine Meile weit auf festem Boden durch den Sumpf, ehe er nach Süden abknickt. Von dort aus beginnt eure Arbeit. Kundschaftet einen vernünftigen Pfad für die Wyrm aus!
Durch den Matsch? fragte Amarokk heiter.
Der Ritter wandte sich dem Grauländer zu. Markiert den trockendsten Weg, den ihr finden könnt. Zur Not, durch den Matsch, wenn es denn nicht anders geht. Aber lasst es den seichtesten Matsch sein, verstanden!
Jawoll, Herr! Amarokk salutierte mit seiner Axt, ehe er sich in Bewegung setzte. In schnellem Schritt trottete er den befestigten Weg entlang und winkte den beiden Wechselhäuterinnen zu. Dann auf auf, die Damen! Nachdem sie auf seine Höhe gekommen waren, stellte er sich vor. Ganz nebenbei, Amarokk mein Name! Amarokk aus den Grauen Landen, dem schönsten und kältesten Ort im weiten Weltenrund. Mit welch bezaubernder Gesellschaft habe ich denn das Vergnügen?

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>>... Und nichts sahen wir mehr von ihm als seine Klinge, die in die Schilde fuhr. Noch weit auf See hörten wir ihn schreien, und solang er noch schrie, war er auch nicht gestorben, und vielleicht kämpft und tobt und wütet er noch heute an steiniger Küste.<<

Tornik Jonsson schrieb >>Der Berserker<<


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Delia



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BeitragThema: Re: [Thread 1] Lager vor Grafenfurt   Fr Jun 01, 2012 12:52 pm

Sie ließ ihn reden. Viel dazu zu sagen hatte sie ohnehin nicht.
Offenbar war er ein Optimist, wie man nur selten einem begegnete. Um ihm die Laune zu ruinieren würde es wohl mehr brauchen, als ein paar sarkastische Bemerkungen. Das gefiel ihr… vor allem, weil sie sehr gerne, sehr sarkastische Bemerkungen machte.
Die Aussage, sie würden jetzt sofort aufbrechen, ließ sie wider aufhorchen. Zuallererst hörte sie sich die Informationen an und merkte sich alles.
Erst nach Osten, dann knickt der Weg nach Süden ab, ab dort den besten Weg suchen.
Dann
ärgerte sie sich darüber. Eigentlich hatte sie gehofft, noch darauf warten zu können, dass Verya sich wieder zu ihr gesellen würde, bevor sie aufbrach. Aber da konnte man wohl oder übel nichts machen.
Es störte sie nicht unbedingt, den Bannerträger zurückzulassen. Sie hatte ihn ohnehin nicht gemocht. Also ging sie Amarokk einfach nach. Wenn er die Führung übernehmen wollte, konnte er das gerne tun, sie würde es ihm sicher nicht streitig machen; Delia war schon immer eine miese Anführerin gewesen, dazu war sie zu unsozial.
Dann stellte er sich vor und weckte damit erneut ihr Interesse. Aus den Grauen Landen kam er also.
"…dem schönsten und kältesten Ort im weiten Weltenrund."
Dass es dort kalt war, hatte sie auch schon gehört.
"Ich habe einmal überlegt, in die Grauen Landen zu reisen. Größtenteils, weil ich kalte Orte lieber mag, als warme. Leider habe ich bisher nicht die Zeit gefunden." Kurz dachte sie nach. "Man nennt mich Delia" mit den folgenden Worten stahl sich ein leichtes Lächeln auf ihr Gesicht "ob ich auch so heiße, ist eine andere Geschichte"
Irgendetwas hatte sie ihn vorhin noch fragen wollen, ihr fiel nur nicht mehr ein was… ach ja.
Und gerade, als sie es aussprechen wollte, erregte etwas anderes ihre Aufmerksamkeit und ihr Blick richtete sich nach oben. Sie erspähte den weißen Fleck sofort. Nur wenige Sekunden später streckte sie ihren Arm aus und der Falke ließ sich darauf nieder.
Jetzt lächelte sie nicht, sie strahlte. Wenn auch nur für einen kurzen Moment, während sie dem Vogel über den Kopf strich.
"Und das hier ist Verya, meine Gefährtin."
Was hatte sie noch gleich fragen wollen? Naja, auch egal. Das konnte genauso gut bis später warten.

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BeitragThema: Re: [Thread 1] Lager vor Grafenfurt   Di Jun 05, 2012 8:37 pm

Mion schloss sich der Vorstellung an.
"Mion heiße ich, die Sommer-eilande sind meine Heimat. Doch ich habe schon viele Orte gesehen, von den grauen landen erreichte ich bisher nur die Ausläufer. Sagt, wie ist es dort so, außer kalt?"
Sie schenkte dem grauländer ein bezauberndes lächeln und neigte leicht den kopf.
Als sich der Vogel zu ihrer kleinen gruppe gesellte und die andere frau - delia - ihn als ihre begleiterin verya vorstellte, erachtete auch Mion es für notwendig, die anderen mit ihrem tierischen freund vertraut zu machen.
"Das ist Torak, mein treuer und leider oft einziger gefährte. Er tut euch nichts zu leide, solange ihr ihn nicht reizt."
Wie um ihre Worte zu unterstreichen legte der Wolf den Kopf schief und wedelte mit dem schwanz. Die junge frau lächelte und stich ihm über den Kopf. Ihr freund war tatsächlich alles andere als aggressiv, doch mion wusste nur zu genau, dass er ganz schön fest zubeißen konnte. Wie oft hatte sie es während der eingewöhnungsphase am eigenen leibe zu spüren bekommen...
"Seid Ihr auch mit der Kunst des Zähmens von tieren vertraut?"
Bisher hatte sie noch keinen begleiter Amarokks ausmachen konnen, doch das musste nichts heißen, da wechselhäuter die unterschiedlichsten gefährten wählten, große und kleine, von der taube bis zum drachen.
Mion versank in träumereien.
wie schön es doch wäre, eine so mächtige kreatur an der seite zu haben... Aber sie machte sich nichts vor. Sie war eine durchschnittliche wechselhäuterin, und so würden wesen wie drachen oder fenriswölfe wohl ewig ein wunschdenken bleiben. Sie hatte schon von den starken wechselhäutern unter den drachenfahrern gehört, die sich flugdrachen gefügig machten, jedoch war sie bisher keinem von ihnen begegnet.
Torak gab ihr einen leichten stoß mit der schnauze, und Mion schreckte aus ihren überlegungen hoch.
Sie blickte den grauländer mit wachem interesse an und wartete seine antwort ab.

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Amarokk Haggadirsson
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BeitragThema: Re: [Thread 1] Lager vor Grafenfurt   Di Jun 12, 2012 11:24 am

Amarokks Enthusiasmus schlug sich nieder in jedem weit ausgreifenden Schritt, den er machte. Als könne er es gar nicht erwarten, fort aus dem Bereich der Stadt zu kommen, heraus aus der Reichweite der Zivilisation, und hinein in die weit geöffneten Arme der Wildnis... an deren Händen Klauen glänzten. Es machte wirklich den Anschein, als gäbe es absolut nichts, das ihm die Laune verderben mochte. Die beiden Wechselhäuterinnen stellten sich derweil vor, wobei sie auch ihre Tiere mit einbezogen. Amarokk blickte von dem vom Himmel stoßenden Falken hin zu dem Wolfsrüden.
Ob ich mit dem Zähmen von Tieren vertraut bin? entgegnete er auf Mions Frage, Nein, ich bin keine Wechselhaut. Klopfe mir bereits jeden Abend selbst auf die Schulter, wenn ich nicht vom Pferd falle.
In der Art der Vorstellung beider Frauen stellte er bereits gewisse Unterschiede fest. Delia wirkte zumindest einen Hauch kühler, oder vielleicht misstrauischer, als Mion. Ihre kleine Randbemerkung ließ ihn selbst allerdings kaum misstrauisch werden. Soweit er wußte, hatte er keine weiblichen Feinde, deren Namen er im Kopf behalten musste. Falls sie sich also bedeckt halten wollte, vermutlich nicht wegen ihm.
Kalte Orte sind mir auch wesentlich lieber als verdammte Hitze. Wenns einen friert, der Atem im Bart zu Eiszapfen erstarrt, dann kann man immer noch eine Schicht Wolle überziehen. Aber wenn die Sonne vom Himmel brennt? Da kannst du alle Kleider abwerfen, und dir ist trotzdem noch zu heiß! So ein Mist das aber auch war. Wobei. Der Grauländer konnte es sich nicht verkneifen, die Körper Delias und Mions demonstrativ zu mustern. Hitze hat manchmal auch Vorteile. Da muss man realistisch sein. Er grinste, den Schalk im Nacken. Ich liebe diese Späh-Aktion.
Aber, wie sind die Graulande, außer kalt? Das ist schwer. Kälte ist eigentlich überall, außer ganz im Süden an der Küste. Und im Sommer, so drei vier Monde lang. Ansonsten? Es ist... schön. Überraschenderweise klang dieser letzte Satz kein bisschen ironisch oder hintergründig. Doch, sie sind schön. Die Nadelwälder, die Berge der Steinernen Krone, die Klippen über dem Meer... man muss sie gesehen haben. Seufzen. Bald gehe ich wieder dorthin zurück. Vielleicht solltet ihr zwei euch an mich halten, dann werdet ihr es selbst sehen können.

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>>... Und nichts sahen wir mehr von ihm als seine Klinge, die in die Schilde fuhr. Noch weit auf See hörten wir ihn schreien, und solang er noch schrie, war er auch nicht gestorben, und vielleicht kämpft und tobt und wütet er noch heute an steiniger Küste.<<

Tornik Jonsson schrieb >>Der Berserker<<


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Delia



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BeitragThema: Re: [Thread 1] Lager vor Grafenfurt   So Jun 17, 2012 1:17 pm

Ihren Wolf vorzustellen und damit Verya darauf aufmerksam zu machen, dass sie in der Gesellschaft eines der von ihr wohl meistgehassten Tiere überhaupt würde reisen müssen, war wahrscheinlich nicht das intelligenteste, was Mion hätte tun können. Aber gut, sie wusste es ja nicht besser. Allerdings änderte das nichts an der Tatsache, dass sie es nur mit Mühe schaffte, den Vogel dazu zu bringen, auf ihrer Schulter sitzen zu bleiben, was sich darin äußerte, dass sie genervt die Augen verdrehte und Verya demonstrativ den Kopf abwandte.
Das Amarokk die Frage Mions, ob er ein Wechselhäuter sei verneinte, überraschte sie nicht sonderlich. Wechselhäuter waren zwar relativ vielseitig, dennoch war es unwahrscheinlich, dass wer auch immer diese Gruppe hier zusammengestellt hatte, sich ausschließlich darauf verließ.
Die Ausführungen, bezüglich der Vorteile der Kälte, ließ sie fürs erste unkommentiert. Sie konnte sich in etwa vorstellen, was ihm positives an Hitze in den Sinn kam.
Bei seiner Beschreibung der Graulande bekam sie Lust, dorthin zu reisen… oder von hier weg zu kommen, das wusste sie nicht genau. Natürlich war ihr schon als die Frage gestellt worden war klar gewesen, dass ihm sein Heimatland wahrscheinlich gefiel. Trotzdem stellte sie sich bei der Antwort die Frage, ob es vielleicht doch ein wenig ungewöhnlich war, dass sie ihre eigene Heimat nicht im Mindesten vermisste. Aber noch etwas anderes kam ihr wieder in den Sinn.
"Wenn ich das richtig verstanden habe, seid ihr Weissager. Besitzt ihr noch andere solche Fähigkeiten? Ich selbst verstehe mich auf das Heilen."

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Mion



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BeitragThema: Re: [Thread 1] Lager vor Grafenfurt   Di Jun 19, 2012 8:49 pm

Dieser Grauländer schien ja recht von sich überzeugt zu sein. Mion nahm seine Anspielungen über die eventuellen vorteile der hitze als kompliment auf und quittierte sie mit einem schmunzeln.
Amarokk mochte ein lustiger und nicht wirklich ernster zeitgenosse sein, aber seine beschreibung des nordens wirkte Ehrlich und entbehrte jedwelcher spur von sarkasmus. Die grauen lande mussten wirklich eine augenweide sein, wenn sie den mann so beeindrucken konnten.
"gerne doch würde ich euch auf einen sprung dorthin begleiten, denn auch mir ist die hitze zuwider. Wer weiß, vielleicht lässt sich dort die zeit gemeinsam schön verbringen."
Als Delía ihre frage bezüglich der weissagung und anderer fähigkeiten stellte, wurde Mion erneut auf sie aufmerksam. Soso, eine heilerin also, wie überaus praktisch. Die junge frau selbst wusste zwar ein wenig über die heilkunst, doch mehr als des behandelns einfacher schürf- kratz- und bisswunden war sie nicht mächtig. Mit etwas glück würde sie sich von Delía das eine oder andere abschauen können.
"Nun eure fähigkeiten würden auch mich interessieren." meinte Mion mit einem koketten lächeln an Amarokk gewandt.
"Und auch, auf das führen welcher waffen ihr euch versteht. Ich sehe eine axt und ein kurzschwert, doch ich frage mich, ob ihr noch weitere waffen bei euch trägt."
Es war ja nicht verkehrt zu wissen, womit und wie die mitstreiter kämpften. Mion wandte sich an Delía und fragte
"und ihr? Bogen und messer kann ich ausmachen, doch ich vermute mal, dass auch eure begleiterin euch unterstützt."
Sie warf dem falken einen schnellen blick zu
"sonderlich gut gelaunt scheint sie nicht zu sein."
Ganz anders als ihr eigener gefährte torak, der neben ihr herlief, mal ein stück nach vorne, um sich dann wieder zurückfallen zu lassen. Die ganze zeit über hielt er die schnauze hoch erhoben und die ohren aufgestellt. Zugegeben, manchmal konnte der ewig gut gelaunte hyperaktive wolf mions nerven schon strapazieren, doch die meiste zeit erfreute sie sich an seiner anwesenheit.

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Amarokk Haggadirsson
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BeitragThema: Re: [Thread 1] Lager vor Grafenfurt   Mo Jun 25, 2012 8:44 am

Während Delia sich einer - vermutlich böse angehauchten - Bemerkung hinsichtlich des Kleidungsstils in brütender Hitze entzog und eher schweigend über Amarokks Angebot nachdachte, gemeinsam übers Meer in die Graulande zu reisen, lächelte Mion kokettierend und entgegnete: "Wer weiß, vielleicht lässt sich dort die zeit gemeinsam schön verbringen."
Was sollte man sagen. Es war ein Freistoß. Oh ja, eine schöne gemeinsame Zeit verbringen sinnierte Amarokk, Dazu würde ich nicht Nein sagen. Auch wenn man dazu nicht ganz so weit reisen müsste... aber egal! Er grinste breit und schalkhaft. Dann haben wir eine Abmachung! Erst gehen wir nach Osten, dann gehen wir in den Norden! Und ihr? Ihr seid herzlichst eingeladen. Wohlwollend tätschelte er Delias Arm. Alledings nicht den Arm, auf dem der Vogel saß. Amarokks allererster Anführer war selbst ein Wechselhäuter gewesen, ein Kerl wie ein Baum und so launisch, dass er damit regelmäßig seine Katze angesteckt hatte.
"Hat Skarphedin heute gute Laune? Ich bin blank und ein paar Münzchen für die Schenke wären... Oh."
Vor Skarphedins Hütte lag die gefleckte Katze im Schnee, mit glühenden Augen um sich starrend. Als sie ihr kantiges, pelziges Gesicht zu ihm wandte, triefte der Speichel zwischen ihren Fängen hervor.
"Nein, ich gehe besser nicht rein..."

Wechselhäuter waren gefährlich. Doch bei weitem nicht so gefährlich wie ihre Tiere, die die Launen ihrer Herren auf sehr viel rabiatere Weise auslebten. Bei den beiden Frauen erwartete Amarokk allerhöchstens einen festen Schlag ins Gesicht, so wie er schon hunderte von backpfeifen eingesteckt hatte. Bei Falke und Wolf konnte er mit bleibenderen Schäden rechnen - und schlimmer, er würde sich ja nichtmals wehren können.
"Der tut nichts, der will nur spielen!"
"Er beißt! Er beißt!"
"Das ist ein Zeichen seiner Zuneigung!"

Das Gespräch kehrte sich nun auf die Bewaffnung und die Talente der anderen. Delia gab sich als Heilerin zu erkennen, was Amarokk als ausgesprochen praktisch ansah. Er selbst zeigte bloß sein Runenbrett, auf dem zahlreiche Runen eingeritzt waren. Neben jedem Zauberzeichen fanden sich kleine Krakeleien oder Zeichnungen, an denen Amarokk offenbar identifizerte, welche Rune für was stand. Ich bin nicht nur Weissager erklärte er frohen Mutes, Ich verstehe mich ganz allgemein auf Runenmagie. Leider leider kann ich euch im Augenblick noch nichts davon demonstrieren. Keine Gelegenheit dafür, ihr versteht?

Die Gelegenheit kam vermutlich früh genug.
Für die Tiere der beiden Wechselhäuterinnen stand leider der Wind falsch; er wehte nicht aus der Richtung, in die sie gingen, sondern von hinten, und trug ihren Duft weiter. Im Unterholz war gerade ein Keiler sich an einem Baum zu schubbern. Seine Schulterhöhe entsprach mindestens anderthalb Mannslängen, und sein massiger Körper stand auf stämmigen, kurzen Beinen. Und seine Stoßzähne waren lang genug, sodass sie sich über seiner Schweineschnauze überkreuzten. Er kratzte sich an der Rinde und brachte dabei den ganzen Baum zum Beben, was nun weithin zu sehen war. Ob das Geschubbere überhaupt etwas brachte? Sein kurzes Fell war über und über mit Harz verklebt, das getrocknet war und wie ein natürlicher Panzer wirkte.
Er stieß ein böses Quieken aus, als er den Wolfsgeruch in die Nase bekam.

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>>... Und nichts sahen wir mehr von ihm als seine Klinge, die in die Schilde fuhr. Noch weit auf See hörten wir ihn schreien, und solang er noch schrie, war er auch nicht gestorben, und vielleicht kämpft und tobt und wütet er noch heute an steiniger Küste.<<

Tornik Jonsson schrieb >>Der Berserker<<


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Delia



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BeitragThema: Re: [Thread 1] Lager vor Grafenfurt   Di Jun 26, 2012 8:40 pm

Wahrscheinlich lag es daran, dass sich Veryas Anspannung auf sie übertrug, aber ihre erste Reaktion auf Amarokks Berührung war, dass sie zurückzuckte, als würden seine Finger glühen, wobei sie sich ruckartig zu ihm drehte. Den Bruchteil einer Sekunde später realisierte sie, was soeben passiert war und warf Amarokk ein schon fast entschuldigendes Lächeln zu. Vielleicht um den tödlichen Blick Veryas auszugleichen, die sich, um nicht den Halt zu verlieren, als Delia sich gedreht hatte, so fest in ihre Schulter gekrallt hatte, dass, als sie sich wieder ein wenig entspannte, Blut aus Delias Ärmel tropfte. Das war auch schon seit Ewigkeiten nicht mehr passiert.
Aus Rache schnippte sie dem Vogel unsanft gegen das Bein, was diesen dazu veranlasste sich augenblicklich aus dem Staub zu machen. Natürlich. In Wahrheit hatte sie nur auf einen Grund gewartet.
"herzlichst eingeladen" Wenn er meinte…
"Ich bin mir sicher, dass so etwas sehr… interessant werden könnte. Ich werde es mir überlegen."
Auch wenn sie versuchte nicht allzu bissig zu klingen, war sie nicht ganz sicher, ob das im Moment überhaupt möglich war.
Ihre Gedanken schweiften zu dem Falken ab, der über ihnen kreiste, während sie den anderen beiden zuhörte. Dann lenkte Amarokks Antwort auf ihre Frage ihre Aufmerksamkeit auf sich und sie musterte interessiert das Runenbrett. Ein paar Runen erkannte sie wieder, teils weil sie sie selbst benutzte, teils weil sie ihr von früheren Begegnungen mit Runenmagiern in Erinnerung geblieben waren.
"Ihr müsst eure Fähigkeiten nicht demonstrieren, ich bin in der Vergangenheit schon dem einen oder anderen Runenmagier begegnet."
Bei Mions Frage unterdrückte sie die Anmerkung, dass es mehr oder weniger überflüssig war, sich nach so etwas zu erkundigen; die meisten Leute trugen ihre bevorzugten Waffen offen mit sich herum und die Waffen, die jemand irgendwo verborgen bei sich hatte, waren selten ausschlaggebend. Außer derjenige war so paranoid wie Delia… na gut, sie hatte ja nichts dazu gesagt.
"Nun, in erster Linie bin ich Bogenschützin und wenn es nicht allzu schlecht läuft, werdet ihr mich auch nur als solche erleben und selbst wenn, braucht ihr nicht über mehr Bescheid wissen, als ihr seht. Es stimmt, Verya ist mir immer wieder eine große Hilfe, wenn es zum Kampf kommt, auch wenn das nicht ganz ihre Stärke ist."
"sonderlich gut gelaunt scheint sie nicht zu sein." Eine sehr treffende Bemerkung.
"Ja, sie ist momentan ein wenig verstimmt, das liegt daran, dass sie auf Grund von verschiedenen Erfahrungen eine gewisse Abneigung gegenüber Wölfen hegt. Wenn euer Begleiter so freundlich ist, wie ihr behauptet, können wir hoffen, dass sie sich an ihn gewöhnt, sonst kann es sein, das wir relativ wenig von ihr zu Gesicht bekommen werden. Oder zumindest ihr beide nicht."
War sie heute redseliger als sonst? Wie ungewöhnlich. Wieso das wohl so war?
Aber diese Frage erledigte sich kurz darauf, als besagte Gefährtin spontan beschloss sich wieder zu ihnen zu gesellen. Und das tat sie, indem sie mit so viel Schwung auf Delias Schulter landete, dass diese einen Schritt nach vorne stolperte.
Sofort viel ihr auf, dass Veryas Anspannung einer Nervosität gewichen war. Bevor sie jedoch über den Grund dafür nachdenken konnte, pickte ihr der Vogel gegen die Schläfe und flog wieder davon. Der Grund, über den nachzudenken sie keine Zeit gehabt hatte, wurde ihr bewusst, als sie ihrer Gefährtin nachblickte. Sie blieb stehen.
"Das sieht nach etwas Großem aus, hmm?"

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